Bevölkerung

Die Einwohnerzahl ging in Sombor in den Jahren 2002 bis 2011 ständig zurück, verursacht durch die Migration der Bevölkerung in die Städte. 2011 lebten 47 485 Personen in der Stadt und 85 569 Einwohner in der Gemeinde. 2006 hatte die Gemeinde noch 93 000 Einwohner - es gab 34 140 Haushalte mit 2,84 Mitgliedern, 8961 mit vier und 7080 Einzel-Haushalte. Bei der Volkszählung 2002 hatte die Gemeinde noch 97 263 Einwohner, davon lebten 51 471 Einwohner in der Stadt.

Die ethnische Zusammensetzung

In Sombor gibt es 30 verschiedene ethnische Gruppen. Der Anteil der dominierenden ethnischen Serben an der Gesamtbevölkerung beträgt 61,5 Prozent. Der Anteil der Ungarn ist 12,7 Prozent. 5,2 Prozent bezeichnen sich noch immer als «Jugoslawen», 2,8 Prozent sind Bunjevacs und 0,95 Prozent Montenegriner .. weiter gibt es Kroaten, Deutsche (Donauschwaben), Roma, Rumänen, Mazedonier, Slowaken, Albaner, Muslime, Slowenen, Russinen, Gorani, Russen, Bulgaren, Bosniaken, Ukrainer, Tschechen ...

 

Die Veränderung der vier grössten Ethnien in Sombor

 

  2002
1948
1931
Serben/Serbs Stadt
32 988 16 107 22 552 (und Kroaten)
 Dörfer26 81136 70817 885
Ungarn/HungariansStadt3 743 unbekannt18 342
 Dörfer8 643unbekannt5 852
Kroaten/Croats Stadt3 1978 168unbekannt
 Dörfer4 90913 208unbekannt
Donauschwaben/Danube Swabians
Stadt1995953 400
 Dörfer1401 67830 512

 

Verteilung in Prozent (2002) - 97 263 Einwohner

 

Total Gemeinde
Stadt Dörfer
Serben/Serbs61,4864,09 58,55
Ungarn/Hungarians12,73 7,2718,87
Kroaten/Croats 8,336,2110,72
Jugoslawen/Yugoslavs 5,246,463,87
Bunjevci 2,814,321,11
Montenegriner/Montenegrins0,951,560,26
Roma/Roma (Gypsies)0,430,260,61
Donauschwaben/Danube Swabians
0,350,39
0,31
Rumänen/Romanians0,260,060,48 
Mazedonier/Macedonians 0,170,21
0,13
Albaner/Albanians0,100,18
0,01
Muslime/Muslims by nationality0,100,09
0,10
Rusinen/Rusyns 0,080,13
0,01
Slowaken/Slovaks 0,080,12
0,04
Goranci/Gorani
0,040,08
0
Russen/Russians0,040,05
0,02
Bosniaken/Bosniaks0,030,04
0,02
Bulgaren/Bulgarians0,03
0,05
0,02
Ukrainer/Ukrainians0,030,03
0,02
Tschechen/Czechs0,020,03
0,00
Ostali/Other slovenian
languages
0,690,870,49
Weitere/Ethnien5,126,203,92

 

Situation der Roma
Die Roma sind eindeutig die ärmste Gesellschaftsgruppe in der Vojvodina. Dies ist das Ergebnis eines Runden Tisches, an dem Vertreter von NGOs und der Behörden von Serbien sowie der Vojvodina teilnahmen.


Gründe für die schwierige Lage der Roma sind die hohe Arbeitslosenquote, der sehr niedrige Bildungsstand sowie offene oder verdeckte Diskriminierung. Dies stellten diverse Nicht-Regierungsorganisationen in ihren Untersuchungen fest. Bei einer Diskussion am Runden Tisch im Vojvodina-Parlament hiess es, die Roma hätten kaum Gesundheitsschutz und ihr Lebensstandard sei äusserst niedrig. Sie lebten überwiegend in isolierten Siedlungen, die häufig in der Nähe von Mülldeponien gebaut würden und seien oftmals nicht an die Wasser- und Abwasserversorgung angeschlossen. Jede zehnte Roma-Siedlung in Serbien verfüge nicht einmal über Strom. Die Geburtenrate sei bei den Roma sehr hoch, aber auch die Sterberate.


Geringer Gesundheitsschutz
Die Direktorin des Fonds für die Entwicklung des Non-Profit-Sektors in der Vojvodina, Ljiljana Milošević, sagte: «Das grösste Problem stellt heutzutage dar, dass weiterhin die meisten Geburten zuhause stattfinden - ohne gesundheitliche Kontrolle. Damit wird die Gesundheit sowohl der Gebärenden als auch des Neugeborenen gefährdet.» Zudem seien zahlreiche Kinder nicht geimpft, was später zu grossen gesundheitlichen Problemen führe. In den letzten Jahren trete unter den Roma auch häufiger Tuberkulose auf. Bei den Kindern seien Hautkrankheiten sehr verbreitet. Sowohl Kinder als auch Erwachsene litten ständig unter Atemwegserkrankungen beziehungsweise unter Asthma.


Opfer sind vor allem Kinder
Roma seien zudem von der Mehrheitsbevölkerung tätlich angegriffen worden. Zahlreiche Roma-Kinder seien allein auf der Strasse, ohne elterliche Aufsicht. Somit seien sie häufig Opfer von Ausbeutung und von sexuellem Missbrauch. Äusserst negative Vorurteile kursierten ebenfalls gegen die Roma. «Ich glaube, es ist auch wichtig zu erwähnen, dass auch unter den Roma gegen die Menschenrechte verstossen wird. Dies wird vor allem bei den Frauen deutlich, die unterdrückt werden. Und bei den Kindern wird gegen ihr Recht auf Bildung und gesunde Entwicklung verstossen», so Ljiljana Milošević.


Stille Diskriminierung
Der stellvertretende Sekretär für Arbeit und Beschäftigung in der Vojvodina, Miroslav Vasin, sagte, bei Einstellungen werde gegen Roma stille Diskriminierung betrieben. Denn häufig wollten Arbeitgeber keine Roma einstellen. Ferner würden sich die Roma selten arbeitslos melden. Und wenn sie es täten, dann vermieden sie es meist, sich als Roma zu bezeichnen. Sie gäben eher an, Serben, Ungarn oder Rumänen zu sein.
Dinko Guhonjic, Novi Sad
DW-RADIO/Serbisch, 27.4.2005, Fokus Ost-Südost

© by sombor.ch 2009 | powered by www.tagblattmedien.ch