Tagebuch der AutoDrehLeiter-Überführung

Verantwortlich:
Thomas Maron, Feuerwehr Romanshorn
Rolf Bertschinger, Feuerwehr Romanshorn
Peter Fischer, Alt Gemeinderat Romanshorn
Veljko Sužić, Rotary Club Sombor
Xxxx, Kommandant Berufsfeuerwehr Sombor

Montag, 11.8.2008
- Abfahrt ADL (Thomas Maron) um 04.00h und PW mit Rolf Bertschinger und Peter Fischer um 06.00h;
- 1. Fahrer-Wechsel nach dem Attersee in Österreich;
- Fahrt bis Ptuj (älteste Stadt von Slowenien). Man soll Navigations-Systemen nicht immer trauen: Plötzlich standen wir zwar kurz vor dem Hotel / Ziel, aber da war ein Schild: max. 5t. Folge: 1km; Rückwärtsfahren (die Strasse war so breit wie unsere ADL);
- Hotelübernachtung bei der Therme Ptuj, baden und relaxen;
- Route an diesem Tag: Romanshorn-Au-Bregenz-München-Salzburg-Wels-Graz-Maribor-Ptuj (780km).

Dienstag, 12.8.2008
- Ausreise Slowenien: Löschen des Transitpapiers für die EU;
- Einreise Kroatien: Entgegen aller Befürchtungen und vorgängiger Abklärungen wie neues Transitpapier erstellen oder einer Kautionshinterlegung von 100 bis 5000 wurden wir zuvorkommend an allen wartenden LKW's vorbei gewunken. Die Zollbeamten meinten nur «Feuerwehr, ist ok»;
- Ausreise Kroatien: Die Zöllner und Polizisten in Erdut (Ausreise nach Serbien) konnten es nicht glauben, dass wir kein Transitpapiere für Kroatien hatten. Immer wieder fragten sie danach. Schliesslich gaben sie auf und sagten: «Feuerwehr, ist ok»;
- Fahrt über die Donau-Brücke und Einreise Serbien: grosser Staatsempfang durch den Kommandanten der Feuerwehr Sombor, seinen Stellvertreter, die Chefin des Roten Kreuzes Sombor sowie einige Vertretern des Rotary Club Sombor. Auch hier konnten wir die wartenden LKW's überholen und wurden prioritär behandelt; Anschliessend ging es mit Blaulicht-Eskorte im Konvoi nach Sombor ins Feuerwehr Depot;
- Herzlicher Empfang bei der Berufsfeuerwehr Sombor. Kurze Demonstration und Fahrt über die Dächer von Sombor mit dem Kommandanten der Feuerwehr. Danach folgte ein gemütlicher Ausklang des Tages bei Bier und Plauderei. Zimmerbezug in der Pizzeria «Piccolina». Es reichte gerade noch für eine Pizza und ein Bier;
- Route an diesem Tag: Ptuj-Zagreb-Slavonski Brod-Zupania-Vinkovci-Erdut-Bogojevo-Sombor (480km).

Mittwoch, 13.8.2008
- Offizielle Einweihungsfeier mit Parade, Reden und einer kleinen Demonstration.
- Stadtführung mit Besichtigung des Stadthauses, dem Saal, wo das Parlament tagt und wo das grösste Gemälde Serbiens, die «Senta-Schlacht» hängt; Der Saal wird auch für grössere Feierlichkeiten genutzt. Eine sehr kompetente und interessante Führung erfuhren wir auch in der Galerie «Konjović» und im Heimatmuseum der Stadt Sombor. Nicht fehlen durfte die berühmte Sonnenuhr mit der sarkastisch-humorvollen Schrift «Eine von diesen ist deine letzte»;
- Es folgte eine Fahrt mit dem Fiaker durch Sombor, entlang an unzähligen schönen historischen Gebäuden, entlang der wunderschönen Alleen und Parkanlagen, die Sombor so bekannt machen - für jeden Einwohner gibt es einen Baum;
- Mittagessen/Rotary Lunch in der Villa Tamara, einem ehemaligen Tito-Schlösschen.
- Wetter schön, 40 Grad: Darum erster Schulungsblock erst am Abend mit Theorie «Einführung ADL, Einsatz, Daten, Sicherheitsbestimmungen». In der Zwischenzeit räumt Rolf alles Material aus und macht eine Auslegeordnung. In der Folge montieren wir es am richtigen Ort und verstauen es wieder am richtigen Platz;
- Gemütlicher Ausklang des Tages mit einem, zwei, .... «Jäb» (Deckeli) und viel Fachsimpelei;
- Plötzlich «Feueralarm» - Wir fahren mit...... Es ist aber nur eine illegale «Gartenabfallentsorgung»;
- Zum Schluss noch ein, zwei, ... «Jäb».

Donnerstag, 14.8.2008
- Zweiter Schulungsblock (Korb fahren und Löscheinsatz mit Wasserwerfer)
- anschliessend: Besuch und Besichtigung der freiwilligen Feuerwehr «Doroslovo», einem Dorf, 20 km von Sombor entfernt. Die freiwilligen Feuerwehren erhalten keine Beiträge, finanzieren und organisieren alles selbst. Organisiert sind die Dorffeuerwehren in Vereinen. Sie machen an Wettkämpfen mit, pflegen die Kameradschaft und unterhalten ihr Material und Depot vortrefflich;
- Mittagessen sowie Hotel- und Hofbesichtigung «Re Di Quaglie» bei einem italienischen Graf. Er züchtet Lipizaner. Das Hotel verfügt über alle Annehmlichkeiten. Die Räume und Zimmer sind voll mit wunderschönen Antiquitäten.
- Dritter Schulungsblock (Bahre, Rettungen) und Abendessen bei der Feuerwehr. Es gibt «Hühnchen-Paprikasch» (Eintopf, gekocht über dem Feuer) - extrem fein! Dazu jede Menge «Jäbs», viel Plauderei und Pflege der Kameradschaft bis tief in die Nacht.... .

Freitag, 15.8.2008
- Morgenessen bei Victorina: Sie ist 33 und Rotarierin, Unternehmerin und Bäckerin. Mit zwei Produktionsbetrieben versorgt sie ihre 15 Filialen sowie Hotels in und um Sombor. Als Workaholic arbeitet sie 16-18h/Tag: am Morgen in der Backstube, dann im Büro und später im Verkauf einer ihrer Filialen. Warum sie das tut? Ihr macht es Spass. Ihr Traum: ein eigenes Pferd und eine Reise nach Paris;
- Vierter Schulungsblock (Rettung mit Bahre, Einsatz- und Schlussübung «Rettung», Wochen-Parkdienst, Service und Unterhalt, Kabine absenken, Not- und Handbetrieb);
- Besichtigung der Feuerwehr Sombor, Rundgang mit dem Kdt;
- Mittagessen mit Rotary Club Sombor am Kanal: Rolfs Lieblingsspeise «Fisch-Paprikasch», Überreichen von Geschenken, Verabschiedung;
- Veljko Sužić, Past-Präsident RC Sombor, sowie der Kdt. der Feuerwehr Sombor begleiten uns an den Zoll nach Bogojevo. Ein letzter Blick zurück.
- Fahrt über Erdut-Osjek-Slavonski Brod-Zagreb > Ptuj (480km);
- Übernachtung im Hotel bei der Therme Ptuj: Um 10 vor 10 bricht ein heftiges Gewitter aus. Ein orkanartiger Sturm mit Hagelkörnern so gross wie Eier bringt Verwüstung und Schäden. Leider ist auch unser Fahrzeug auf dem Parkplatz betroffen mit unzähligen grossen Beulen und einer zerborstenen Heckscheibe. In einer Nachtschicht säubern und trocknen wir das Fahrzeug. Zur Behandlung des Schocks gibt es nach getaner Arbeit noch einen doppelten Single Malt.

Samstag, 16.8.2008
- Frühes Morgenessen im Hotel;
- Einkauf von Abdeckfolie und Klebeband beim Baumarkt. Abkleben der Heckscheibe;
- Fahrt über Maribor-Graz-Salzburg-München-Au-Romanshorn (780km).

Fazit
- Viele Gönner und Sponsoren machten dieses Projekt überhaupt möglich. Überall wo wir anfragten, stiessen wir auf offene Ohren und Türen sowie viel Goodwill. Herzlichen Dank dafür.
- Der Rotary Club Sombor war der Schlüssel zum Erfolg. Wir hatten in Veljko Sužić, Past-Präsident des RC Sombor, einen hervorragenden Ansprechpartner.
- In Sombor wurden wir sehr herzlich empfangen. Die Gastfreundschaft ist unermesslich. Rund um die Uhr wurden wir von Rotariern und dem Kommandanten der Feuerwehr betreut. Wir haben neue Freunde gefunden. Die Leute in Sombor haben nicht viel. Sie geben aber alles.
- Unsere ADL ist genau am richtigen Ort. Es ist eine Stadt mit 60'000 Einwohnern. Viele Häuser sind höher als 4 Stockwerke. Die Feuerwehr hat keine ADL mehr und ein Ersatz liegt finanziell nicht drin.
- Das Team der Feuerwehr ist motiviert und kompetent. Sie kämpfen mit bescheidenen Mitteln und einem chronischen Unterbestand. Unterstützt wird die Berufsfeuerwehr von Freiwilligen. Die Kameradschaft ist gut und wird gepflegt.
- Wir haben die ADL in technisch einwandfreiem Zustand übergeben können und die Feuerwehrleute haben bei der Schulung motiviert und sehr interessiert mitgemacht. Sie haben einen Abschlusstest mit Bravour bestanden. Sie sind bereit für den Einsatz. Die Stadt Sombor hat die finanziellen Mittel zum langfristigen Unterhalt zugesichert. Das Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden, Nachhaltigkeit inklusive.
- Mit Peter Fischer und Rolf Bertschinger waren wir ein tolles Team. Wir haben viel erlebt und viele positive Eindrücke und Souvenirs mitnehmen können. Vielen Dank! Ausser dem Hagelerlebnis ist alles hervorragend verlaufen.

Thomas Maron, 17.8.2008

 

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